Teil 2: Vom Baum zum Brett – Trocknung

Freilufttrocknung AHornIn meinem letzten Blogeintrag Teil 1: Vom Baum zum Brett habe ich beschrieben, wie wir die Baumstämme aufschneiden. In diesem Blogeintrag erkläre ich, wie wir unser Massivholz schonend trocknen.

Frisch geschnittenes Holz hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt. Bereits während des Aufschneidens bereiten wir das Holz für die Freilufttrocknung vor, indem wir die Bohlen von Baumrinde und Sägemehl befreien.

Anschließend stapeln wir die Bohlen sorgfältig Schicht für Schicht mit getrockneten Stapelleisten übereinander. In unserem Außenlager trocknet das Holz langsam über die Außenluft. Als grober Anhaltspunkt gilt: etwa ein Jahr pro 25 mm Holzstärke bei Hartholz und etwa die Hälfte bei Weichholz. Der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes läßt sich damit aber nur auf 14-16% reduzieren, je nach relativer Luftfeuchtigkeit. Für die Verwendung in Innenräumen muß das Holz noch weiter herunter getrocknet werden. Holz für Möbel oder Innenausbauten sollte eine Holzfeuchte von etwa 8-10% oder sogar weniger aufweisen. Kurz vor der Verarbeitung kommen die Stapel deshalb in unseren Vakuumtrockner. Ein druckdichter, röhrenförmiger Behälter, worin wir das Holz sehr schonend auf die für Innenräume geeignete Holzfeuchte trocknen.

Im Vakuumtrockner passiert folgendes:

Wasser besitzt unter Vakuum einen niedrigeren Siedepunkt. Unter Vakuum beginnt das Wasser bereits bei ca. 60 Grad Celsius zu verdampfen. Diese Eigenschaft wird in dem Vakuumtrockner ausgenutzt.

Das im Vakuumtrockner gestapelte Holz wird über die Luft erwärmt und ein exakt vorgegebenes Vakuum erzeugt. Dadurch wird dem Holz das Wasser entlang der natürlichen Kapilarströme entzogen. Die verdampfende Feuchte kondensiert und wird über Klappen nach Außen abgegeben.

Der Vorteil des Vakuumverfahrens ist, dass der Wasserentzug bis in den Kern des Holzes erfolgt. Das Holz wird durch niedere Temperaturen besonders schonend getrocknet und die Trocknungszeit erheblich verkürzt.

Es ist äußerst wichtig, dass der Trocknungsprozess richtig ausgeführt wird. Dadurch werden Spannungen, Rissbildungen und Verfärbungen im Holz verhindert und ein Holzfeuchtegleichgewicht gewährleistet.

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