Stilgeschichte des Möbels

Das Wort “Stil” kommt von dem lateinischen Wort Stilus = metallener Griffel, mit dem die Römer auf ihre Wachstafeln schrieben. Im Laufe der Zeit übertrug man die Bezeichnung vom Schreibgerät auf das geschriebene und gesprochene Wort. Eine ganz andere Bedeutung erhielt das Wort Stil in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch den deutschen Gelehrten Johann Joachim Winckelmann (1717 – 1768). Er verwendete das Wort als Bezeichnung für die Formgebung allgemein. In seinem Werk “Geschichten des Altertums” teilte er das künstlerische Schaffen, insbesondere das der Griechen, in Zeitabschnitte ein, die jeweils genau bestimmte Eigenarten in Form, Bearbeitungstechniken und Wahl des Werkstoffes aufweisen. In der Folgezeit haben Wissenschaftler, vornehmlich Deutsche, auch das künstlerische Schaffen der europäischen Völker vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit in Stilepochen (Stilabschnitte) eingeteilt.

In der Stilkunde werden im wesentlichen folgende Epochen unterschieden:

Romanik von 1000 bis 1250,
Gotik von 1250 bis 1500,
Renaissance von 1500 bis 1600
Barock von 1600 bis 1700,
Rokoko von 1700 bis 1750
Klassizismus von 1750 bis 1850,
Historismus 19. Jahrhundert
Jugendstil etwa von 1900 bis 1910
Neue Sachlichkeit etwa 1919 bis heute

 

Die Jahreszahlen können nur sehr allgemein angegeben werden, denn regional waren die Möbelbaukunst und ihre zeitliche Entwicklungen oft recht unterschiedlich. Eine Aufteilung in italienische, französische, englische, süd-, west- und norddeutsche Stilepochen würden den Rahmen dieses Beitrages sprengen.

Möbel der Romanik

Aus der Zeit der Romanik (1000 – 1250) sind nur sehr wenige Möbel erhalten geblieben. Sie stammen vorwiegend aus Kirchen und Klöstern sowie aus Burgen und Herrensitzen des geistlichen und weltlichen Adels. Die Möblierung in dieser Zeit war einfach. Sie bestand im wesentlichen aus Schemeln, Bänken, Tischen, Stühlen, Betten und Truhen und für den kirchlichen Gebrauch auch aus einfachen Schränken. Drechsler und Zimmerer waren die Handwerker, die diese Möbel herstellten.

Die Möbel der Romanik waren wie ihre Bauwerke schwer und massig, in ihrem Zweck den damaligen handwerklichen Können angepaßt. Holzverbindungen kannte man in der ersten Zeit der Romanik kaum. Die roh behauenen Bretter und Bohlen, die mit dem Beil aus Rundstämmen heraus gehauen oder gespalten waren, wurden stumpf aneinander gelegt und durch angenagelte Eisenbänder zusammengehalten. Später verwendete man zum Zusammenhalten der einzelnen Möbelteile auch Holznägel und -dübel. Erst in der spätromanischen Zeit wurde die Zapfenverbindung entwickelt.

Geschmiedete Ornamente oder flach- und kerbgeschnitzte Figuren zierten die Möbelflächen. Als Vorbild dienten Schmuckformen der romanischen Architektur. Auch Farben wurden zum Schmücken der Möbel verwendet. Manchmal wurden die Holzflächen mit gefärbten Tierhäuten überzogen. Die während der letzten Jahrzehnte der romanischen Stilepoche entstandenen Möbel zeigten bereits eine feinere Gliederung und zierlichere Schnitzereien. Dadurch wirkten sie leichter und gefälliger.

Möbel der Gotik

In der Zeit der Gotik (1250 bis 1500) stellte vor allem der Adel und das aufkommende reiche Bürgertum immer höhere Ansprüche an das Leben. Zahlreiche Möbel sowie bildliche und schriftliche Überlieferungen aus dieser Zeit geben ein ziemlich genaues Bild von der damaligen Wohnkultur. Die Einrichtung der Wohnungen war schon recht vielfältig, nicht nur in Gestalt und Form der Möbel, sondern auch in ihrer Ausstattung. Zu den Möbeln, die schon in der Zeit der Romanik bekannt waren, kamen nun Lese- und Schreibpulte, Wand-, Klapp- und Schreibtische, Bettstühle und vor allem Schränke hinzu.

Die meisten der heute gebräuchlichen Handwerkzeuge standen in einfacher Form dem damaligen Tischler zur Verfügung. Der Beruf des Tischlers wurde etwa um 1100 als Handwerksberuf selbständig und “zünftig”. Die Erfindung der Sägemühle um 1300 brachte dem Tischler eine große Erleichterung, weil ihm jetzt gesägte Bretter/Bohlen zur Verfügung standen.

Beim Möbelbau konnte die starke Betonung der Senkrechten, die der gotischen Architektur eigen ist, nur zum Teil übernommen werden. Ihre charakteristischen Formen jedoch, der Spitzbogen und das Maßwerk sowie ihre Ornamente, dienten als Vorbilder für den Schmuck der Möbel. Die Ornamente wurden als Flach- und Kerbschnitzereien ausgebildet.

Möbel der Renaissance

Während in den Ländern nördlich der Alpen die Gotik noch in höchster Blüte stand, begann sich in Italien eine neue Stilrichtung durchzusetzen, die Renaissance (Wiedergeburt 1500 bis 1600). Ihre Vorbilder waren die klassischen Formen des Altertums. Wohlabgewogene Maßverhältnisse, eine gewisse Monumentalität durch mächtige Bauwerke und die besondere Betonung der Horizontalen waren in der Renaissance die Merkmale der Baukunst. Die neuen Stilgesetze übernahm man auch beim Möbelbau. Renaissance-Möbel wurden zum Teil so nachhaltig der Architektur angeglichen, dass sie manchmal das Aussehen eines Bauwerkes erhielten. Neue Möbelarten entwickelten sich in der Zeit der Renaissance nicht. Jedoch wurde beim Bau von Sitzmöbeln verstärkt auf Bequemlichkeit Wert gelegt.

Die wesentlichen Merkmale der Renaissancemöbel bestehen in der strengen Gliederung und Gestaltung einzelner Möbelteile sowie in der Art des Schmucks und der Ornamente. Als Vorbild für die Ornamente dienten vor allem Pflanzen sowie Löwenköpfe und Löwenpratzen, Masken, Muscheln, Schilder und Waffen, ferner Teile aus der Architektur, wie Säulen, Pilaster, Nischen und Konsolen. Sogar der nackte menschliche Körper, manchmal in Tierkörper, Pflanzen oder Pilaster übergehend, war als Vorbild für die Ornamentik beliebt. Typisch für die Renaissance ist auch die Aufteilung der Wand- und Deckenvertäfelung in geometrische Felder. In dieser Zeit wurde die Rahmentäfelung und die Kassettendecke entwickelt.

Möbel des Barock

Die Formen des Renaissancestils gingen mit Beginn des 17. Jahrhunderts langsam und allmählich in die Formen eines neuen Stils, des Barock (1600 bis 1700) über. Der Übergang vollzog sich so unscheinbar, dass es schwer ist, eine klare Grenze für den Beginn dieser Stilepoche zu ziehen. Der Barockstil wurde auch in Italien entwickelt und im Laufe der ersten fünfzig Jahre des 17. Jahrhunderts von Spanien und von den Ländern nördlich der Alpen übernommen. Gefördert wurde die neue Richtung vom Adel und der Kirche. Am französischen Hof wurde 1667 die “Königliche Möbelmanufaktur” gegründet, in der die besten Kunsttischler Europas wirkten (Ebenisten). Das Bürgertum und noch mehr die große Masse des Volkes waren in dieser Zeit in den meisten europäischen Ländern durch verheerende Kriege völlig verarmt. Erst in den letzten Jahrzehnten dieser Stilepoche wurde das Bürgertum wieder wohlhabender und konnte dadurch die reiche und aufwendige Wohnkultur des Barock übernehmen. In den großen Handelsstädten der Niederlande, der Nord- und Ostsee und des Rheins entwickelten sich sogar eigene Formen des Barock.

Neuentwicklungen im Möbelbau waren der zweitürige Kleiderschrank, der geeigneter war, die Kleider hängend aufzubewahren, die Kommode und der Konsoltisch. Als Hölzer verarbeitete man vor allem Nußbaum und Eichenholz sowie Ebenholz und andere überseeische Hölzer. Von der Renaissance übernahm der Barock das Wuchtige und Schwere der Möbel. Schmuckformen und Ornamente änderten sich jedoch grundlegend. Die weit ausladenden und wuchtigen Gesimse wurden geschweift, gekröpft und bis ins feinste profiliert. Neben den geraden Säulen der Renaissance verwendete man korkzieherartig gedrehte Säulen. Tische und Stühle erhielten geschweifte Füße; Schränke und Kommode stellte man häufig auf Kugelfüße. Die Möbel wurden hochglanzpoliert, gestrichen oder bemalt. Die Einlegearbeiten aus farbigen Hölzern wurden reicher und vielfältiger. Später verwendete man zusätzlich Silber, Gold und Bronze, Messing, Perlmutter und Schildpatt sowie farbige Steine und Halbedelsteine. Die Beschläge wurden kostbarer und dienten mehr dem Schmuck als dem Zweck. Trotz aller schwungvollen Schmuckformen und Ornamente behielt der Barockstil doch eine gewisse Symmetrie (Gleichmaß).

Möbel des Rokoko

In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts (etwa 1700 bis 1750) entwickelte sich der Barockstil zum Rokoko. Die neue Stilrichtung, vom französischen Hof ausgehend, wurde in fast allen europäischen Ländern vom Adel und von der Kirche angenommen. Die repräsentativen Formen des Barock gingen in leichtere, schwungvollere, phantasiereichere und spielerische Formen über. Die Möbel wurden zierlicher und dienten neben ihrem eigentlichen Zweck vor allem der Bequemlichkeit sowie dem Schmuck der Räume.

Das Rokokomöbel wurde oft mit Schmuckelementen überladen. So sehr, dass die eigentlichen Konstruktionen nicht mehr erkennbar sind. Die Flächen wölbte man nicht nur nach einer, sondern nach zwei Richtungen. Die Möbel wurden auch häufig einfarbig gestrichen. Als Farbe verwendete man besonders weiß, gelb, blau und grün.

Möbel des Klassizismus

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich als neue Stilrichtung der Klassizismus durch. Ausgelöst wurde der Stilwandel durch die beginnende Aufklärung und die dadurch beginnenden sozialen Umwälzungen. Auch er hatte seine Vorbilder in den klassischen Formen des alten Griechenlands und des alten Roms. Die ungebundenen, phantasievollen Formen des Barock und Rokoko wurden von der geraden Linie, von der Symmetrie mit ihren gesetzmäßigen Formen und wohlabgewogenen Maßverhältnissen abgelöst. Der Wechsel zum Klassizismus erfolgte sprunghaft und schnell.

Im Möbelbau haben sich während dieser Epoche drei Richtungen entwickelt. Der Stil Louis-seize (ca. 1750 bis 1800), der Empirestil (ca. 1800 bis 1830) und der Stil des Biedermeier (ca. 1830 bis 1850). Die Grundformen des Klassizismus sind bei allen dreien gleich. In der Art ihres Schmuckes und ihre Ornamente gehen die Stilarten aber etwas auseinander.

Seit dem Abklingen des Biedermeierstils, etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts, ist keine eigentliche Stilrichtung mehr festzustellen. Zwar wird in Frankreich durch den Bürgerkönig Ludwig Philip mit dem 2. Rokoko ein höfischer Stil bevorzugt und in Deutschland nach dem schlichten Biedermeier gegen 1850 reichere Formen gesucht. Mit der fortschreitenden  Industrialisierung hat ein echter neuer Stil jedoch keine Zeit mehr, sich zu entwickeln. In dieser Zeit im Historismus werden Stilformen vorangegangener Epochen nachgemacht, ohne dass etwas eigentlich Neues entsteht.

Aus der Ablehnung des Stilwirrwarrs im Historismus entsteht der Jugendstil mit schlichten Möbeln in geschwungener Linienführung. Im Jugendstil werden neue Formen und Stilelemente entwickelt, die der Natur entlehnt sind. Obwohl sich dieser Stil nicht behaupten konnte, ist es ihm zum Teil zu verdanken, dass sich die heutigen Möbel mit ihrer neuen Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit durchsetzten. Ornamente und Profile fehlen fast ganz. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die wirtschaftliche Not nach dem ersten Weltkrieg und durch das Aufkommen des Sperrholzes und der Holzspanplatten, die erst die Massenfertigung von Möbeln mit großen, ebenen Flächen ermöglichten.

Das Besondere an Boxspringbetten

Gerade in den vergangenen Jahren war in der Möbelbranche ein regelrechter Boxspring-Hype zu beobachten. Nachdem das vor allem in den USA und den skandinavischen Ländern beliebte System hierzulande lange nur eine Nischenrolle gespielt hatte, beherrschte es 2012 die deutschen Möbel-Messen. Was aber ist das besondere an Boxspringbetten und wie unterscheiden sich diese Betten von anderen Systemen?

Bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts lagen Matratzen meist direkt auf dem Boden. Aus hygienischen Gründen wurde dies auf verschiedene Arten geändert. Oft wurden einfach zwei Matratzen aufeinander gelegt, von denen die untere massiver konstruiert wurde. In Großbritannien, den Beneluxländern und Skandinavien entstanden zu dieser Zeit ausgeklügelte und vor allem sehr bequeme Federkernmatratzen, die auf der unteren Lage aufgelegt, einen hohen Schlafkomfort brachten.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Matratzen meist auf Lattenrosten liegen, die wiederum in ein Bettgestell eingelegt sind, wurden in vielen anderen Ländern das System der zwei Matratzenlagen beibehalten. Später wurde die untere Lage mit einem Holzrahmen befestigt, der die untere Matratze umgibt. Manchmal steht sie auch auf kleinen Füßen. Dieser untere Teil des Bettes heißt Boxspring, was so viel wie Kiste mit Federn bedeutet. Sie wurde immer weiter perfektioniert. Je nach Hersteller befinden sich mehrere unterschiedliche Federlagen in dem Untergestell. Zwischen Boxspring und oberer Matratze liegt noch ein zusätzlicher Topper. Die Erfindung des heutigen Boxspringbettes unterliegt einem amerikanischen Patent.

Während in Deutschland die meisten Menschen in einem Bett bestehend aus Bettgestell, Lattenrost und Matratze schlafen, werden in anderen Ländern die Boxspringbetten bevorzugt. Aber Boxspringbetten werden in Deutschland immer beliebter, weil hochwertige Boxspringbetten nicht nur viele Vorteile besitzen, sondern auch preiswerter werden.

Ein Vorteil der Boxspringbetten sind die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Schichten mit unterschiedlichen Härtegraden und Matratzentypen. Auch die Topper können unterschiedlich hart und dick gewählt werden, sodass das Bett je nach Körperstatur unterschiedlich aufgebaut sein kann. Boxspringbetten sind sehr bequem und je nach Zusammenstellung rückenschonend. Darüber hinaus ist ein hochwertiger Boxspring sehr langlebig. Die Matratze wird durch das Topping gut geschützt. Ein weiterer Vorteil ist der besonders hohe Aufbau, der ein komfortables Aufstehen und Hinlegen garantiert. Dies ist vor allem für Senioren oder Menschen mit Knie- und/oder Rückenbeschwerden eine sehr wichtige Eigenschaft. Die Boxspringbetten sind so aufgebaut, dass sie klimaregulierend wirken und die nächtliche Körperfeuchtigkeit gut zirkulieren kann.

Ein Nachteil der Boxspringbetten ist, dass die Matratzen keiner DIN-Norm unterliegen. Daher sollte man vor dem Kauf eines solchen Bettes immer ausgiebig testen, ob es den individuellen Schlafanforderungen genügt. Das kann man beispielsweise bei Classica Nova in Münster. Das Matratzen und Boxspringbetten Outlet in Münster bietet eine große Auswahl an edlen Boxspringbetten, die man vor Ort testen kann.