Naturlatexmatratzen aus 100% Naturlatex – hoher Liegekomfort und natürliche Materialien sorgen für gesunden Schlaf!

Naturlatexmatratze

Im August hatte ich bereits über Federkern- und Kaltschaummatratzen jeweils einen Blogbeitrag geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich gerne die Naturlatexmatratze vorstellen.

Naturlatex gilt als ein sehr hochwertiges Polstermaterial. Das liegt hauptsächlich an den hervorragenden punktelastischen und federnden Eigenschaften. Matratzen deren Latexkerne aus 100% Naturkautschuk bestehen, sind aufgrund des aufwendigen Anbau- und Ernteverfahrens des Rohstoffes (viel Handarbeit) und den anschließenden Fertigungsschritten zu Matratzen-Rohlingen keine “Billigprodukte”.

PunktelastizitätBesonders die Punktelastizität von Naturlatex aus 100% Naturkautschuk ist im Vergleich zu Federkern- oder Schaumstoffmatratzen einzigartig. Eine kontinuierliche, punktgenaue Anpassung an die Körperkonturen ist garantiert!

Im konventionellen Handel wird im Vergleich zu Latex-Matratzen immer die Kaltschaum-Matratze in der Beratung hervor gehoben. Kaltschummatratzen sollen die bessere Belüftung und höhere Elastizität vorweisen. Korrekt ist, dass konventionelle Latex-Matratzen aus 100% synthetischem Latex oder Naturlatex-Matratzen (im Handel mit max. 30% Naturkautschuk, Restanteil aus Synthese-Latex) eine geringere Atmungsakivität aufweisen. Naturlatexmatratzen mit einem 100%igem Naturlatexkern bestehen jedoch aus aufgeschäumten Eiweißfasern deren Millionen kleiner Bläschen, in Kombination mit einem Luftkammer-System eine sehr gute Belüftung gewährleisten. Durch die Bewegungen im Schlaf findet ein ständiger Luftaustausch statt. Unangenehme Hitze- oder Feuchtigkeitsstaus werden dadurch verhindert. In Verbindung mit einem Matratzenbezug aus unbehandelter Schafschurwolle oder Bio-Baumwolle kann Feuchtigkeit aufgenommen und an die Umgebung wieder abgegeben werden.

Bei der Flächenelastizität sind hochwertige Kaltschaummatratzen besser geeignet, nicht jedoch bei der Punkt-Elastizität. Hier ist Latex und besonders Naturlatex ein unübertroffenes Material!

Naturkautschuk100% Naturlatexmatratzen bestehen aus Naturkautschuk. Dieser nachwachsende Rohstoff wird aus dem Saft des tropischen Baumes HEVEA BRASILIENSIS gewonnen, der vorwiegend in Süd-Ost Asien wächst. Sofern die Plantagen nachhaltig betrieben und die Matratze nach hohen sozialen und ökologischen Standards hergestellt werden, ist eine 100% Naturlatexmatratze auch ein umweltfreundliches Produkt. Bei Naturlatexmatratzen die zum Beispiel mit dem Zertifikat “Fair Deal Trading” ausgezeichnet sind, erfolgt der Anbau und die Gewinnung des Naturkautschuks nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien. Außerdem wird pro Kilo Rohstoff ein Aufschlag bezahlt, worüber soziale und ökologische Projekte in den Anbaugebieten realisiert werden.

Bevor der Kautschuk für Matratzen verwendet werden kann, muss die flüssige Substanz vulkanisieren. In einer Metallform wird der Kautschuk auf 100° C erhitzt und einige Zeit geschleudert. Für einen optimalen Feuchtigkeits-Transport und einer guten Wärme-Isolation befinden sich in der Metallform horizontal und vertikal kleine Metallstifte. Man spricht deshalb auch häufig von “Stiftlatex”. Bei entsprechender Anordnung dieser Metallstifte können unterschiedliche Härtezonen in den Kautschukkern eingearbeitet werden. Die dadurch entstehenden Hohlräume verbessern nicht nur die Atmungsaktivität sondern verstärken zusätzlich die bei Naturlatex hervorragenden punktelastischen Eigenschaften. Eine sehr gute Anpassungsfähigkeit wird dadurch gewährleistet sowie der bei Naturlatexmatratzen hohe Liegekomfort erreicht.

Aber Vorsicht! Nicht jede Naturlatexmatratze ist qualitativ hochwertig und aus 100% Naturlatex. Naturlatex ist kein geschützter Begriff. Eine Matratze kann bereits als Naturlatexmatratze bezeichnet werden, wenn der Anteil von Naturkautschuk lediglich einen geringen Anteil von zum Beispiel 2% beträgt. Viele Anbieter mischen gerne in großen Mengen den in der Herstellung günstigeren synthetischen Latex bei und bezeichnen ihre Matratzen dann als Naturlatexmatratze, obwohl die Matratze zum größten Teil mal wieder ein Rohöl-Produkt ist. Möchten Sie sicher gehen, dass die Matratze aus 100% Natrulatex besteht, dann achten Sie zum Beispiel auf das QUL-Zertifikat (“Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.”). Naturlatexmatratzen die nach den Kriterien des QUL-Siegels hergestellt werden, sind aus 100% Naturlatex. Die Bezeichnung “100% Naturlatex” bezieht sich dabei auf den Latexkern der Matratze und besagt, dass der für die Matratze verwendete Latex aus rein pflanzlichem Ursprungs stammt und kein synthetisch erzeugter Latex auf Rohölbasis verwendet wurde. Darüber hinaus werden die Matratzen regelmäßig auf Schadstoffe geprüft.

Passend zu unseren metallfreien Massivholzbetten bieten wir ein ausgewähltes Sortiment an Naturlatexmatratzen an. Die Naturlatexmatratzen sind nach den Kriterien des Qualitätsverbands umweltverträglicher Latexmatratzen hergestellt, der Naturkautschuk ist nach den Standards der Fair Deal Trading und FSC (Forest Stewardship Councils) Organisation angebaut und verarbeitet. Weiterhin werden die Naturtextilien der Bezüge und Naturbettwaren nach den Qualitätsanforderungen des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) und den Global Organic Textile Standards (GOTS) gefertigt.

Stöbern Sie doch einmal auf unsere Webseite www.schlafundschoen.de oder besuchen Sie uns in unserer Ausstellung.

Schaumstoffmatratzen – Ramsch- oder Hi-Tech-Matratzen?

Schaumstoffmatratzen waren in der Vergangenheit oft als Billigmatratzen mit kurzer Haltbarkeit bekannt. Mittlerweile wurde die Schaumstoffmatratze weiter entwickelt und man unterscheidet heute zwischen Standardschaum- (Heißschaum), Kaltschaum- und Viscoelastischer Schaumstoffmatratze.

Kaltschaum besteht  aus einem Polyurethan (PUR oder PU), welcher aus mehrfunktionalen Alkoholen (Polyole) und Isocyanaten hergestellt wird. Mit anderen Worten wird das Ausgangsmaterial aus Erdöl gewonnen. Durch eine spezielle Rezeptur, bestehend aus besonders reaktiven Polyolen ist kein Heizprozess zum Aushärten des Schaumes mehr erforderlich. Deshalb wird dieser Schaumstoff auch Kaltschaum genannt. Kaltschaum kann eine höhere Materialqualität aufweisen und ist in der Regel elastischer als der Standardschaum (Heißschaum). Allerdings kann Kaltschaum durch Zusatzstoffe bei der Fertigung “gestreckt” werden und verliert dadurch an Qualität.

Aus ökologischer Sichtweise sind Schaumstoffmatratzen problematisch, weil deren Ausgangsstoff zum größten Teil aus Erdöl gewonnen wird. Zwar ist es einigen Herstellern in den letzten Jahren gelungen, einen Teil der Polyole aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Rizinusöl oder Sonnenblumenöl zu ersetzen, der größte Anteil wird jedoch immer noch aus Erdöl gewonnen. Außerdem haben unabhängige Prüfinstitute in den letzten Jahren Schadstoffe wie weichmachende Phthalate, Triclosan (ein Bakterienkiller), phosphororganische Verbindungen oder Insektizide in Kaltschaum-matratzen gefunden. Zum Glück ist die Anzahl und Menge der Schadstoffe gemäß aktueller Tests rückläufig. Hoffentlich wird dieser Trend von der Industrie in den kommenden Jahren weiter geführt.

Hersteller und Handel bewerben Kaltschaummatratzen besonders stark und stellen sie dabei häufig als das “non plus ultra” der Matratzenentwicklung dar. Kaltschaummatratzen werden u.a. als „atmungsaktiv“, „orthopädisch“, „punktelastisch“, „mit perfektem Komfort“ bezeichnet, alles relative und durchaus bekannte Begriffe, wie sie auch für andere Matratzen verwendet werden.

Fakt ist, dass Kaltschaum eine ungleichmäßige Poren- oder Zellstruktur sowie eine gleichmäßigere Härteverteilung besitzt, was zu einer Verbesserung der elastischen Eigenschaften beiträgt. Der Liegekomfort und die Punktelastizität ist jedoch stark abhängig von dem Raumgewicht des Schaumstoffs. Darunter versteht man das Roh-Gewicht (kg/m³) des Schaumstoffs bevor er verarbeitet wird. Je höher das Raumgewicht bei gleich bleibender Härte, desto besser sind die Gebrauchseigenschaften, d.h. hohe Elastizität bei geringer Materialermüdung. Fachleute betonen, dass das Raumgewicht bei einer einzelnen Kaltschaummatratze nicht unter 60 kg/m³ liegen sollte. Erst dann besitzt eine Kaltschaummatratze punktelastische Eigenschaften.

Weitere Qualitätsmerkmale einer hochwertigen Kaltschaummatratze ist die Höhe, die nicht unter 14cm liegen sollte. Darüber hinaus sollte der Matratzenbezug aus einem klima- und feuchtigkeitsregulierendem Material bestehen (zum Beispiel Baumwolle oder Schafschurwolle).

Matratzen aus Viscoelastischem Schaum wurden ursprünglich für Sanitäts- und Krankenhäuser entwickelt, weil sie druckreduzierende Eigenschaften haben, was besonders für bettlägerige Menschen wichtig ist. Gesunden Menschen können Matratzen mit viskoelastischem Schaum nur bedingt empfohlen werden, da die entstehenden „Schlafmulden” sie darin behindern können, sich während des Schlafes ausreichend zu bewegen.

Die Reaktion von viscoelastischen Schäumen ist vergleichbar mit einem zähflüssigen Gel. Nach dem Aufstehen ist der Körperabdruck noch einige Sekunden lang zu sehen. Viscoelastische Matratzen sind deshalb auch unter dem Namen “Memory Foam” Matratzen (zu deutsch etwa „Gedächtnis/Erinnerungs-Schaum“) bekannt.

Viskoelastische Matratzen wirken in ihrer Grundeigenschaft eher „warm“. Menschen, die zum Schwitzen neigen, sich aber aus orthopädischen Gründen für eine viskoelastische Schaummatratze entscheiden möchten, sollten darauf achten, dass die Matratzen-umhüllung feuchtigkeits- und temperaturausgleichende Eigenschaften besitzt. Generell ist es sinnvoll Viscoelastische Matratzen mit anderen Materialien wie zum Beispiel Naturkautschuk zu mixen. Dadurch wird ein zu tiefes Einsinken des Körpers verhindert und eine bessere Klimaregulierung erreicht.

Schaumstoffmatratzen sind aus ökologischer Sicht bedenklich, weil deren größter Bestandteil aus Erdöl gewonnen wird. Außerdem haben unabhängige Prüfinstitute in den letzten Jahren Schadstoffe in Schaumstoffmatratzen gefunden, die gesundheits- und umweltschädigend sind. Eine hochwertige Kaltschaummatratze zeichnet sich durch ein Raumgewicht von mindestens 60 Kg/m³, einer min. Höhe von ca. 14 cm und einem feuchtigkeits- sowie klimaregulierendem Bezug aus. Viscoelastische Matratzen sind nur in Kombination mit Kaltschaum oder Naturlatex sowie einem Klimabezug zu empfehlen.

Federkernmatratzen – die Klassiker unter den Matratzen!

Federkernmatratzen gehören zu den Klassikern unter den Matratzen und bestehen im Inneren aus einem geordneten Geflecht von Stahlfedern. Der Federkern ist von einem Polster umgeben, das dafür sorgt, dass der Federkern nicht zu spüren ist. Die Polsterung ist meist aus einem Schaumstoffmaterial, mit einem zusätzlichem Vlies aus Kunstfasern oder Schafschurwolle und/oder Baumwolle umgeben. Federkernmatratzen sind in unterschiedlichen Preiskategorien und Qualitäten erhältlich. Man unterscheidet zwischen Bonellfederkern, Taschenfederkern und GR-Federkern.

Ein Bonellfederkern ist das Basismodell und besteht aus taillierten Federn, die mit Metallklammern zu einer Matte verbunden und von einem Metallrahmen umgeben sind. Je stärker die Feder durch den auf der Matratze Schlafenden belastet wird, desto höher ist der Widerstand der Federn. Bei geringer Belastung besitzt der Federkern einen weicheren, bei stärkerer Belastung ein härteren Federungseffekt.

Taschenfederkerne sind hochwertiger als Bonellfederkerne und besitzen bessere Liegeeigenschaften. Wie der Name es schon sagt, werden die Federn in einzelne Taschen eingenäht. Im Gegensatz zu dem Bonellfederkern geben beim Taschenfederkern nur die Federn nach, die belastet werden, während die übrigen Federn gespannt bleiben und den Schlafenden stützen. Im Vergleich zu einem Bonellfederkern ist eine Taschenfederkernmatratze punktelastischer. Schwere oder besonders hervorstehende Körperpartien wie zum Beispiel Schulter und Hüfte können punktuell besser einsinken.

Eine weitere Unterform ist der Tonnentaschenfederkern. Hier ist die Form der Feder bauchiger. Dadurch besitzen diese Federn eine höhere Flexibilität.

Ein GR-Federkern besteht aus einem endlosen Spezialdraht, der zu rechts- und linksgängigen, knotenlosen Spezialfedern geformt ist. Die Federn sind ineinander verschlungen, oben und unten werden sie mit Spiralfederzügen verbunden. Als Abschluss wird ein Stahldraht angebracht, der mit den äußeren Federn verbunden ist. Dieser Federkern bietet ähnlich dem Bonellfederkern eher flächenelastische Liegeeigenschaften.

Das besondere an allen Federkernmatratzen ist, dass die Federn zu einer guten Belüftung der Matratze beitragen. Die Wärme- und Feuchtigkeitsregulation innerhalb der Matratze ist sehr gut.

In Fachkreisen wird jedoch die häufig fehlende Punktelastizität bemängelt, d.h. dass schwere oder besonders hervorstehende Körperpartien wie zum Beispiel Hüfte und Schulter nicht optimal in die Matratze einsinken können. Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass die wie Antennen funktionierenden Metallspiralen das natürliche Erdmagnetfeld über dem Schlafplatz in seiner Intensität verzerren und stören können. Besonders bei feinfühligen Menschen, die auf Störungen des Erdmagnetfeldes reagieren, kann es zu Schlafstörungen kommen.

Bonellfederkernmatratzen sind  preiswert und werden leider oft mit sehr minderwertiger Polsterung ausgestattet. Sie besitzen lediglich flächenelastische Liegeeigenschaften.  Taschenfederkernmatratzen sind aufwändiger in der Herstellung und in der Regel hochpreisiger. Allerdings sind Taschenfederkernmatratzen auch punktelastischer und weisen dadurch bessere Liegeeigenschaften auf.